Noch ein Hobby? Oder: wie es dazu kommt, dass ich plötzlich Pflegeprodukte empfehle.

Zugegeben, das ist ein Thema das mich lange beschäftigt hat und ich NIE groß drüber gesprochen habe: meine Gesundheit. Ich mag es null komma null, mich über meine Gesundheit oder Krankheit zu definieren. Und ich finde es anstrengend, wenn Menschen immer irgendwas haben und damit Aufmerksamkeit ziehen, aber scheinbar keine Lösungen finden wollen. Puh.

Dabei habe ich seit frühester Teeniezeit mit regelmäßigen Wehwehchen zu kämpfen.

Spoiler für alle Theatermenschen, die befürchten, dass ich nicht abliefere: ich war noch nie krank für eine Vorstellung! [Klopf auf Holz]

Zurück zu den Wehwehchen:
Allen voran: die Zahnspange. Ich habe glaube ich alles durch, was man sich an Kieferkorrektur vorstellen kann, inklusive Weißheitszahn – OP (mussten die bei euch auch aufgeschnitten und viergeteilt werden? Mir ist bis heute unklar, warum ich dafür nicht sediert wurde.).

Dann ging es mit ner Skoliose weiter, also Rückenschmerzen immerzu, dann mit der Akne, gefolgt von ständigem Durchpowern und dann Kranksein, als junge Erwachsene mit immer denselben Krankheiten, z.B. Blasenentzündung oder Rücken, später dann Mandelentzündung und Sehnenscheidenentzündung. Mein Körper rächt sich, wenn ich nicht pausiere.

Dann die Diagnose mit Anfang 30: Autismusspektrumstörung. Großer Erleichterung und ein offizieller Grund, mein Leben anders zu gestalten. Wieso braucht man immer was offizielles, für Dinge die man eh schon weiß?

Was mich immer wieder plagt: Mein Darm. Reizdarmsyndrom die Diagnose. Nehme ich selber nicht so ernst, weil mir nicht klar ist, dass das keine „fiel uns nix besseres ein“-Diagnose ist. Irgendwann erbreche ich, habe permanent Bauchschmerzen und  vertrage nur noch wenige Lebensmittel richtig gut.

Witzige Geschichte:
Ich werfe meinem Partner vor, dass er nuschelt, gehe aber doch mal zum Hörtest und – tadaaaa: ich kriege ein Hörgerät. Vernarbungen auf dem Trommelfell. Könnte von den vielen Mittelohrentzündungen als Kind kommen.

Ach ja, was ich noch gar nicht erwähnt habe: ich bin überbeweglich. Mein Nacken neigt sich in die falsche Richtung, meine Bänder sind ständig überdehnt, meine Wirbel blockieren fast täglich und natürlich ist die Anweisung der Ärzte: Muskeltraining. Mache ich. Und habe trotzdem ein bisschen Angst, dass die Wirbel in meinem Nacken irgendwann irgendwohin gleiten, wo sie noch weniger hingehören als jetzt.

Ach und ohne Brille kann ich auch nicht, aber das ist ja gut lösbar. Lichtempfibdlich bin ich hoch 10, Sonnenbrille ist immer am Start, trockene Augen kann ich auch und ich habe ne Sonnenallergie, weshalb mein Dekolté-Bereich immer so aussieht wie ein kleiner Krebs. Außerdem vertrage ich Hitze nicht sooo gut und mir wird schnell schlecht bei komischen Lichtverhältnissen oder auf Booten.

Jetzt bin ich also schwerhörige Autistin, mit Skoliose, Überbeweglichkeit und Reizdarmsyndrom, mit empfindlicher Haut und Sonnenallergie, die den Retainer im Unterkiefer trägt. Rechts sehe ich ohne Sehilfe übrigens nur 30%, aber das ist mein kleinstes Problem, schätze ich.

Seit letzten Herbst nehme ich ein Antidepressivum, um die Serotoninproduktion anzukurbeln. Reaktive Depression auf Grund der ständigen Überbelastung. Wenn ich das lese, machts iwie Sinn. Wie auch mein hormonelles Ungleichgewicht – ich bin 38, da kommt das schonmal vor.

Ach ja, und manchmal bin ich so überreizt, dass meine Haut wehtut.

Das ist das erste Mal, dass ich das alles so aufschreibe. Frage mich, ob das bei allen so ist? Schreiben alle so viel auf?

Will das nicht wirklich offenlegen. Es ist mir peinlich und ich frage mich gleichzeitig warum?

Ich will da keine Aufmerksamkeit für. Will nicht kompliziert oder krank sein. Will nicht so viele Dinge „haben“.

Nur, das sind auch viele Dinge, im Rahmen derer ich mich mit meiner Gesundheit auseinander gesetzt habe. Mit meinem Wohlbefinden. Mit meiner Lebensqualität.

Ich habe mich eingerichtet. Weiß wieso ich Selbstständig bin und flexibel. Weiß welche Tätigkeiten ich wirklich tun möchte und welche lieber nicht. Ich kenne meine Grenzen gut und lerne immer besser sie konstruktiv zu kommunizieren. Ich experimentiere, ja und lerne mit jedem vermeintlichen Scheitern dazu.
Unzufriedenheit gibt es bei mir, aber meistens nicht lange. Und das ist gut.

Ich glaube dieser Drang danach mein bestes, ehrlichstes und erfülltestes Leben zu leben, ist auch ein Grund Schauspielerin zu sein. Partnerin von Ringana zu sein.

Hier lebe ich Facetten.
Hier lebe ich Gesundheit.
Hier er-lebe ich mich gesund Weiterzuentwickeln und mit meinen „Wehwehchen“ sinnvoll umzugehen.

Aus viel entsteht auch viel Wissen. Viel Erkenntnis. Viel Erfahrung.
Die selbstverständlich meine Studie ist, aber zumindest Kompass für mich. Und vielleicht ein paar Ideen für andere.

Im nächsten Artikel geht’s um’s Überpflegen, um systemische Hautpflege und warum weniger manchmal mehr ist.

Wie immer freue ich mich, wenn du mir schreibst! ♡

Danke schonmal im Voraus, habs schön heute, deine Miri

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