„Das Einzige, was bei der Bahn funktioniert ist die Verspätungsanzeige und die Fahrgastrechte-Funktion“ denke ich und freue mich, dass ich mein Ticket refinanziert bekomme, weil mein Zug ziiiemlich zu spät kam.
Ärger und genervt sein werden zumindest ein wenig beruhigt. Und dann denke ich, dass die Schnelligkeit des Zuges halt auch nix bringt, wenn er ständig repariert werden muss. Oder die Schienen. Oder das System, weil andere Züge Vorrang haben.
Überlastung führt zu Schäden. Schäden müssen repariert werden und dazu gibts dann ne kleine Zwangspause.
Interessanterweise spiegelt sich das was sich an unseren Zügen zeigt, in unserem Alltag wieder. Unserer Gesellschaft. Zumindest so, wie ich das wahrnehme.
Selten sagt jemand „alles chillig bei mir“, wenn ich frage wie es geht.
Und im Ernst, ich merke bei mir selber, dass ich auch versucht bin aufzuzählen, was ich alles so mache. Dass ich auf Social Media zeige, was ich mache. Macht ja auch Sinn. Nur nehmen Leute dann an, dass ich keine Pausen mache, von Termin zu Termin hetze und überhaupt nicht zur Ruhe komme. Projiziere ich auch auf andere 😉
Aber, ich stelle fest: S3lbstständigkeit kann super chillig sein, wenn man zwischen zwei Projekten steckt und „nur“ Büroarbeit zu tun hat.
Alle die zuweilen im Homeoffice arbeiten wissen das: da ist man viiiiel effizienter, was die eigentliche Arbeit angeht.
Bleibt mehr Zeit für anderes.
Z.B. Kaffee mit Freundinnen, statt Kaffee mit ArbeitskollegInnen auf der Arbeit.
Vor kurzem hat mir jemand unter einem Post erzählt, dass sie einen festen Nebenjob neben dem Schauspiel macht und quasi keine Zeit mehr für irgendwas hat.
Weil, klar, 2 Jobs mit festen Arbeitszeiten beanspruchen nunmal Zeit, von der wir „nur“ 24/7 haben.
Auf die Frage wo sie die Energie hernimmt, war die Antwort „nicht drüber nachdenken, und ansonsten weinen“.
Hui. Ich hoffe ja, dass das ein Witz war.
Da frage ich mich schon, wie lange sie das durchhält.
Ich habe nicht so viel Energie. Ich liebe es Pausen machen zu können und Aufgaben in meinem Tempo zu erledigen. Ich habe keine Kinder, aber wenn ich welche hätte hätte ich vermutlich Zeit für sie, weil ich alles andere außenrum legen könnte. Weil meine Jobs das hergeben!
Eigentlich ein mega Grund Dankbar zu sein. Ich liege auf der Couch und schreibe diesen Artikel.
Weil ich es kann.
Weil es geht.
Lange habe ich mich dafür schlecht gefühlt. Weil: ich habe ja nicht so richtig was gemacht.
Dabei bin ich abends auch k.o. weil meine Tage gefüllt sind. Nur eben nicht mit „ICE-ich-komm-zu-spät und brenne dabei aus“ gefüllt.
Sondern gefüllt mit Leben und Tätigkeiten, die sich nicht nach Arbeit anfühlen, weil ich dabei nicht 8h absitzen muss.
Entweder ich mache das, was ich liebe und für meine Berufung halte: Schauspiel.
Oder ich mache das, was ich liebe und wovon ich immer mehr weiß, was ich zu tun habe, damit was bei rum kommt 🙂
Dafür bin ich dankbar.
Das wünsche ich jeder Frau.
Und eigentlich auch jedem Mann.
Das ist möglich, weil ich mich endlich getraut habe Empfehlungsmarketing als Tätigkeit auszuprobieren und anzuerkennen. Und ja, das war wirklich einfach. Kein Risiko. Ne tolle Firma. Lieblingsprodukte.
Und die Couch, auf der ich liege und Blogartikel schreibe 😉
Ich wünsche dir wirklich, dass du dir auch eine schöne (!) Fülle gestalten kannst!
Hab eine gute letzte Juliwoche! ♡
Deine Mirjam
