Polyamorie, Trauung und Ärger mit den Fundis.

Mal wieder eskaliert eine einflussreiche Gruppe Menschen, die sich gläubige ChristInnen nennen und hetzt gegen eine Pfarrerin der ev. Landeskirche, die vor Monaten (!) vier Partner segnete, die in einer polyamoren Partnerschaft leben.

Die Eskalation geht so weit, dass auch Gremien ihrer Kirche sich davon distanzieren Partnerschaften zu trauen, die aus mehr als 2 Personen bestehen – öffentlich. Und auch ausschließlich nach der standesamtlichen Trauung.

Jetzt ist es eine Sache, dass die Landeskirchen nunmal ihre Vorgaben im Bezug auf Trauung haben.

Eine andere ist die persönliche Meinung einzelner Pfarrpersonen.

Eine dritte Sache – und Achtung, das ist mindestens genauso wichtig wie die ersten beiden – dass ein Segen, nochmal was anderes ist, als eine kirchliche Trauung, die ins Kirchenbuch eingetragen ist.

Segen ist für alle da.

Und nun werden Bluthunde auf eine einzelne Pfarrperson gehetzt, die vier Partner segnete. Nicht traute.
Und so mutig war, davon zu erzählen.

Ich bin es fast schon Leid, mich darüber aufzuregen, weil es einfach so unreflektiert und dumm ist das zu tun.

Aber es ist auch so unfassbar gemein. Herzlos. Hilflos machend gegenüber einer kleinen Menge Menschen, die einfach nicht offen sein will. Nichtmal ein kleines bisschen.

Ich solidarisiere mich mich mit Lena und allen Pfarrpersonen, die genau das tun:
Segen, für die, denen Segen verweigert werden soll.
Segen, für die, die als nicht würdig oder wertig genug betrachtet werden.
Segen, für marginalisierte Minderheiten.

Weil es richtig ist, Türen auf zu machen und nicht zu.
Weil es richtig ist, willkommen zu heißen bei diesem Gott*, no matter what.
Weil es richtig ist, intolerant gegenüber Intoleranz zu sein.

Einmal mehr. Vlt ändert das nicht die ganze Welt, aber die Welt für jemanden.

Faith spaces must be safe spaces!

Schreib mir gerne, wenn du/ihr darüber sprechen oder Segen möchtest!

Deine Mirjam