SHOWCASE das Erste

Oder die coole Geschichte, wie wir an Location Nummer zwei gekommen sind.

Die Vorgeschichte:

Netzwerken: für mich ein Dilemma, weil: ich hasse es, wenn Menschen in einer Unterhaltung nur über sich selbst und ihre Erfolge und Pitches reden. Ich empfinde das als unathentisch (niemand ist nur erfolgreich) und unachtsam, weil diese Personen meistens nicht fragen, ob ich das alles hören will.

Ich stelle gerne Fragen, bin auch durchaus neugierig was andere so machen, bin aber irgendwann genervt, wenn die Rückfragen nicht erwidert werden. Redezeit sollte gleichermaßen verteilt werden, finde ich.

Das Vorhaben:

Jetzt gibt es jede Menge Stammtische und Netzwerktreffen, aber ich war noch nie auf einem Treffen, auf dem Solo-KünstlerInnen ihr Business oder Nebeneinkommen vorstellen konnten. Mit festgelegter Redezeit. Mit Moderation. Also habe ich entschieden selber eine Art Showcase anzubieten und dort Solo-KünstlerInnen mit mehreren Tätigkeiten die Möglichkeit zu geben sich vorzustellen, inklusive mir selber.

Was dann passierte:

Also entwickelte ich einen Abend der anderen Art und schob das Ganze dann 2 Monate lang in meinem Kopf hin und her.

Dann im März habe ich entschieden, ich muss mich selber dazu zwingen und habe zwei Frauen angefragt, ob sie Lust haben ihr Business vorzustellen: Hatten sie.

Also habe ich mich um die Location und Publicity gekümmert. Was muss das muss 😊

Meine größte Angst:

Was soll ich sagen – ich habe mehr positive Rückmeldungen erhalten als erwartet. Und dann kam der Abend selber.

Ich hatte etwa 5 Zusagen. Plus die öffentliche Werbung über Plakate und Social Media außerdem die persönlichen Einladungen von uns drei KünstlerInnen – ich dachte das könnte ne kleine aber feine Runde werden.

Wovor ich echt Bammel hatte: Dass niemand kommt. Dass Leute spontan absagen. Dass eine Person kommt und ansonsten nur wir drei da sitzen würden.

Das war mir vorher bewusst, also konnte ich mir selber schon eine Strategie zurecht legen: Wir würden das auf jeden Fall durchziehen: Im Zweifel für uns selbst.

Gesagt getan. Am Tag selber: 4 Absagen. „Ich wäre so gerne gekommen“ und dann ein guter Grund. Es gibt immer gute Gründe.

Am Ende saßen wir in trauter Runde zu fünft und hatten einen super Abend.

War es mir unangenehm, dass faktisch nur eine externe Person da war? (Neben uns dreien und Martin, meinem Partner) Ja. Klar.

Aber: Ich entschuldigte mich nicht, für die Prioritäten anderer Leute. Ich ermutigte mich und uns es trotzdem zu einem coolen Abend werden zu lassen.

Und ja: Es wurden Visitenkarten getauscht. Ja, bei mir ging hinterher eine Bestellung ein. Ja, Menschen schrieben mir auch hinterher noch, dass sie beim nächsten Mal gerne dabei wären.

Und auch ja: Wir werden das wieder tun. Denn schon bei diesem ersten Mal schrieben mir Menschen, dass sie nicht könnten, aber gerne bei einem der nächsten Mal dabei wären. Eine Person fragt an, ob wir das im Sommer für Mütter machen könnten. Eine andere möchte erstmal schauen, aber dann vielleicht auch selber was vortragen.

Ich schreibe das nicht um mich selbst zu beweihräuchern – es war das erste kleine Mal und es war holprig und voller kleiner Blockaden und Ängsten. Aber: es war auch voller Mut und Wachstum und wenn ich mir vorstelle, dass jetzt ein Jahr später ist und ich erzähle, wie es am Anfang war, muss ich schmunzeln. Genau so soll es sein: Mit ner Menge Entwicklungspotenzial 😊

Übrigens: am 22.5. findet das nächste Showcase statt und du bist eingeladen. Ob Solokünstlerin oder einfach neugierig, komm vorbei, schenke den 3 Frauen deine Zeit, damit wir üben, uns austauschen und aneinander wachsen können.

Übrigens zwei: Coole Geschichte zu unserer Location: Ich war in einem Café um es anzufragen als Location. Die Chefin sagte, dass sie 180€ Raummiete verlangt. Und ich so: Soviel haben wir nicht, wir sind vlt nur 5 Leute, Künstlerinnen, die sich zum Netzwerken treffen möchten. Da sagt sie „Achso, in dem Fall, ist das konstenlos – solche Vernetzungen unterstütze ich immer gerne.“. Wann wir uns denn treffen wollen fragt sie. Ich sage ihr den Termin und sie sagt, „gut, das ist unser letzter Öffnungstag, danach haben wir 3 Monate lang geschlossen“.

Also ihr Lieben: Kommt vorbei! 22. Mai 19 Uhr im Café Canapé in Ulm. Es soll sein 😊