Über „Puhs“, Lebenshaltung und Businessmindsets.

Heute morgen im Team-Call. [Reminder: wir sind alle selbstständig und treffen uns auf freiwilliger Basis montags für eine halbe Stunde]. Die Frage: Wie geht’s euch gerade mit eurem Business?

Ich denke, „puh, das Leben ist so anstrengend“. Und dann denke ich, dass ich das so nicht sagen will.
Nicht alle Bereiche sind anstrengend. Schauspielbewerbungen sind anstrengend gerade. Ringana ist das, was meinen Alltag zwischen den Schauspiel- Projekten versüßt 🙂

Und dann denke ich, ich will anfangen, wirklich ernsthaft anfangen, mein Mindset in Business und privat aufzuteilen. Weil es ein Unterschied ist, ob ich an Schauspiel, Trauungen, Gesundheit und Hautpflege denke. Oder an meine privaten Beziehungen. Oder ans Coachen.

Sicher, ich habe meine Identität mittlerweile verknüpft mit dem Künstlerin sein.

Aber nicht nur. Meine Lebenshaltung darf eine Kreative sein.

Meine Würde steht unabhängig von all dem.

Und meine berufliche Haltung, ist nunmal beruflich, in verschiedenen Tätigkeiten.

Und ja, ich hasse lange Schauspielpausen.
Aber ich mag meine anderen Tätigkeiten gebauso gern. Ich mag die Herausforderungen und Erfolge, das umgehen müssen mit Kritik und Misserfolgen, das wachsen, das mich ent-wickeln. Habe da immer eine Garnrolle im Kopf, deren Faden sich immer mehr ent – wickelt 😉

Und, vielleicht geht’s dir auch so, ich stelle fest, dass ich manchmal nicht das High von tollen Erlebnissen und Erfolgen brauche, um produktiv zu sein.



„Wir brauchen manchmal keine Träume, sondern eine Notwendigkeit.“

Träume sind wie Hoffnung, denke ich.
Wie Deko, die sich hübsch über unsere Zukunft legt. Zu hübsch manchmal.

Zu hübsch, um nicht vom bitteren Geschmack der Realität enttäuscht zu sein.

So hübsch, dass unsere ja so fähigen Gehirne denken, sie wäre echt.

Manchmal halten uns Träume und Hoffnung davon ab, etwas zu verändern.
Den nächsten Schritt zu wagen.
Mutig zu sein.
Zu beschützen.
Ablehnung zu riskieren.
Sie sollen nicht platzen!

Aber manchmal zeigen sie uns eine Notwendigkeit.
Die Notwenigkeit etwas zu lernen.
Oder auszuprobieren.

Die Notwendigkeit von Umsetzung, zeigt uns, ob das Gelernte in unserem Kopf stattfindet oder auch in Interaktion.

Vor ein paar Jahren habe ich die Notwendigkeit gesehen, mich mit meiner Bühnenangst auseinander zu setzen. Dann die Notwendigkeit, Vorsprechen zu üben, ich meine nicht zu proben (also nicht nur), sondern zu so vielen Auditions wie möglich zu gehen, um Das zu üben.

Ich sehe die Notwendigkeit, mich mit meinen Finanzen auseinanderzusetzen, weil ich nicht alleine lebe, Verantwortung trage und mittrage und meine verschiedenen Tätigkeiten nicht als Hobby betrachte.

Ich sehe die Notwendigkeit meine Beziehungen zu pflegen, so wie ich vor Jahren die Notwendigkeit sah, meine Kommunikation zu ordnen und Nachrichten am besten sofort zu beantworten oder zu markieren.

Davon zu träumen, hätte nichts gebracht. Hat nichts gebracht.
Hoffnung hat meine Angst vor Ablehnung nicht gemindert.

Notwendigkeit dagegen schon.
Sie treibt an.

Meinungen?!